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Dresden Dolls - Yes, Virginia…

Brechtian Punk Cabaret. So lautet die Stilrichtung, der sich die beiden Ausnahmekünstler Amanda Palmer (Piano/Vocals) und Brian Viglione (Drums) selbst zuordnen. Und besser könnte man die Musik, die diese Beiden fabrizieren, auch gar nicht umschreiben. Durch die absolut untypische (und dennoch sehr gut harmonierende) Kombination von E-Piano plus Gesang und Schlagzeug entsteht ein Sound, der unglaublich frisch und unverbraucht klingt. Und dass solch einem außergewöhnlichen Bandkonzept auch richtig gute, eingängige und künstlerisch anspruchsvolle Songs entspringen können, hat das Duett nicht zuletzt mit ihrem ersten, selbstbetitelten Studioalbum „The Dresden Dolls“ bewiesen. Nun haben die Dolls vor kurzem ihr zweites Album rausgebracht und gleich mal vorweg: Es steht dem ersten in absolut nichts nach.
Der Titel des Albums, „Yes, Virginia…“, ist eine Anspielung auf einen Leserbrief in der „New York Sun“ in dem die 8-jährige Virginia folgende Frage stellt: „Gibt es einen Weihnachtsmann?“ Die Beantwortung dieser Frage von den Redakteuren der New York Sun beschreibt so ziemlich genau den konzeptuellen Hintergrund des Albums. Hört sich schräg an? Ja. Der Titel passt aber zu diesem Album wie ein Deckel auf einen Topf.
Bei Interesse könnt ihr euch ja den Text kurz durchlesen: http://www.dresdendolls.com/bio/bio_theband.htm
Der Albumtitel an sich darf also schon als Geniestreich verstanden werden.

Nun aber zu dem Herzstück des Albums!
zu den Songs im Einzelnen:

1.) Sex changes
Das Album beginnt mit einem wahren Hammersong. Sanfte Pianoklänge umschmiegen die Ohren des Hörers bis nach kurzer Zeit das Schlagzeug einsteigt und die Melodie zwar nicht gänzlich niedrreißt aber dennoch verdammt kraftvoll und rhythmisch daherkommt. Bald kommt man auch schon in den Genuss von Amanda’s zauberhafter Stimme (die sich meiner Meinung nach seit dem letzten Album wirklich weiterentwickelt hat). Die emotionale tiefe des Gesangs ist erhalten geblieben, doch die Noten werde präziser angesungen. Alles in Allem: Respekt! Der Text ist, wie gewohnt bei den Dolls, sehr humorvoll, manchmal sarkastisch, amüsant und dennoch nie lächerlich.
Genialer Dresden Dolls-Song! 10/10

2.) Backstabber
Steht dem Einstiegsong in nichts nach. Wunderschöne Melodiebögen, toller Refrain und das Songwriting ist meiner Meinung nach auch genial. Textlich bewegen sich die Dolls in gewohnten Gefilden: Emotionen und Augenzwinkern. PS: Ich liebe es, wenn Amanda das F-Wort singt…
10/10

3.) Modern Moonlight
Wow, die Dresden Dolls im Geschwindigkeitsrausch! Der schnellste (und zugleich technisch anspruchsvollste) Song auf dem Album. Viele Tempo- und Rythmuswechsel. Gegen Ende wird’s etwas gemächlicher, doch niemals langweilig. Der Endturn des Songs klingt angenehm „verträumt“ und stimmt nachdenklich. Ein Song der humorvoll beginnt und melancholisch Enden. Wunderschön. 10/10

4.) My Alcoholic Friends
Ein absolut geiler, rockiger Song, der mich persönlich ein ganz klein wenig an die Beatsteaks erinnert. Der Text hier ist einfach Wahnsinn, unglaublich witzig. Textprobe gefällig? Bitteschön:
“I’m taking back the number of the beast
cause 6 is not a pretty number
8 or 3 are definitely better
a is for the address on the letter
to my alcoholic friends“
10/10

5.) Delilah
Oh mein Gott… der wohl emotionalste Song auf dem Album. Unglaublich schöner Gesang, unglaublich trauriger Text. Der Gesang erinnert hier stilistisch an „Half Jack“ vom letzten Album (was aber keinesfalls als Kritik angesehen werden soll!) Für mich momentan der beste Dresden Dolls-Song, den ich je hören durfte. 6:26 purer Musikgenuss.
11/10

6.) Dirty Business
Ein knackiger Schlagzeug-Piano-Mix reißt uns aus der etwas benebelt-melancholischen Stimmung des vorangegangenen Songs und verwöhnt uns mit lustigen Texten über ein schlimmes Mädchen. Textprobe:
“She's the kind of girl who leaves out condoms on the bedroom dresser
Just to make you jealous of the men she fucked before you met her”
10/10

7.) First Orgasm
Hmm.. der einzige Song auf dem Album, mit dem ich so gar nicht klarkomme. Der weinerliche Gesang am Anfang, die etwas unspektakuläre Entwicklung des Songs.. hmm.. der Song ist jedenfalls gewöhnungsbedürftig. Keinesfalls ein schlechter Song, dennoch weiß ich noch nicht, was ich davon halten soll. Vielleicht ein Song, in den man sich etwas länger einhören muss? Kann sein.
Vorerst jedoch (mit Vorbehalt) 7/10

8.) Mrs. O.
First Orgasm scheint ein „Ausrutscher“ zu sein, denn hier geht’s in gewohnter Manier weiter. Relaxter Rhythmus, schöner Gesang, ein Song zum Zurücklehnen und entspannen.
9/10

9.) Shores of California
Haben die Dresden Dolls ihr Pulver schon verschossen? Nix da! Dieser Song ist wieder eine wahre Perle. Schräger, komplexer Songaufbau und ein Hammer-Mitsing-Refrain! Nicht zu vergessen der geniale Text:
„why all these conflicting specifications
maybe to prevent overpopulation
all I know is that all around the nation
the girls are cryin’ and boys are masturbatin’”
10/10

10.) Necessary Evil
Im Vergleich zu den vorigen Songs geradezu stressig, dieser Song. Nichtsdestotrotz ein richtig guter Song mit geilem Refrain! Erwähnenswert ist hier die (für Dresden Dolls ungewöhnliche) technische Manipulation der Stimme. Sprich: Die Stimme hört sich wie durch ein Megaphon gesungen an. Ein experimenteller Song, aber sehr gelungen.
10/10

11.) Mandy goes to Med School
Ist das ein Blues-Rhythmus? Die starke Synkopisierung spricht jedenfalls dafür.. Tja, keine Ahnung, jedenfalls ein verdammt geiler Song, anders kann man’s nicht beschreiben. Das muss man hören. Und noch mal: Wow, Amanda hat wirklich eine verdammt ausdrucksstarke Stimme… Top!
10/10

12.) Me & the minibar
Trauriger, emotionaler Song, der ganz ohne Schlagzeug auskommt. Wieder begeistert Amanda mit ihrer Stimme.
9/10

13.) Sing
Erinnert irgendwie an den halben Lovesong von den Ärzten.. zumindest der Akkustik-Gitarrenpart zu beginn. Ihr habt richtig gelesen! Gitarre! Klar, auch in einigen der Vorhergehenden Songs kamen das ein oder andere Mal neben Piano und Schlagzeug andere Intrumente vor (die im Gegensatz zum ersten Album nicht von Sessionmusikern sondern von Amanda und Brian selbst eingespielt wurden). Wo solche Erweiterungen des Arrangements sinnvoll sind, warum nicht?
Zurück zum Song: Würdiger Abschluss für ein tolles Album!
10/10

Fazit: Ein rundum gelungenes Werk, auf dem die Dresden Dolls wieder mal beweisen, welch begnadete Künstler, Songschreiber und Musiker sie sind. Dieses Album ist, wie bereits der Vorgänger, ein absolutes Meisterwerk zeitgenössischer Musik.

Die Band weiß einfach zu begeistern. Wer Gelegenheit hat, die Dolls live zu erleben, sollte diese Möglichkeit unbedingt wahrnehmen!! Live sind die beiden noch um Ecken besser als auf CD. Sie vergleichen sich schließlich nicht umsonst mit dem Kabarett des beginnenden 20. Jhds.

9,5/10




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Naglfar - "Pariah"


“The ancient legends of the North prophesize, that the dark enemies of the world will attack the gods at the fiery end of days on the ship NAGLFAR.”

So steht es in der Biographie der Blackmetal-Band geschrieben. Und in der Tat, der Name ist bei diesen Männern aus dem hohen Norden Programm.
Mit ihrem neuesten Longplayer mit dem vielsagenden Titel „Pariah“ stoßen sie erneut die Tore zur Hölle auf und gewähren uns einen Blick darauf, was dahinter liegt: Purer, ungeschönter, kalter Hass. Auf alles und jeden.

Die Lyrics sind grandios brachial. Verachtung für die Menschlichkeit und vor der menschlichen Rasse im Allgemeinen stellen oftmals die Hauptthematik der Songs dar. Dennoch wirken die Texte niemals plakativ oder uninspiriert. Es sei noch erwähnt, dass Kristoffer Olivius im Booklet seinen Feinden einen Dank (und gleichzeitig ein „Fuck you“ zukommen lässt für eine „unerschöpfliche Quelle der Inspiration“. Dies bringt uns gleich zum nächsten Punkt: Gründungsmitglied Kristoffer Olivius, der seit dem Ausstieg von Jens Ryden die Vocals übernommen hat. Und es sei vorweg gesagt: Dieser Mann hat zweifelsohne sowohl die Stimmgewalt als auch das Charisma um Ryden ein mehr als würdiger Nachfolger zu sein. Seine Stimme klingt etwas tiefer und voller als die von Jens Ryden. Das hat zur Folge, dass die langgezogenen Screams sich weniger nach schrillem Kreischen (was jedoch keinesfalls negativ gemeint ist! ) als vielmehr nach aggressivem Keifen anhört. Wer die CD hört, wird verstehen, was ich meine. Zusammengefasst: Die Angst vieler, dass Naglfar ohne Jens Ryden an Intensität verlieren würden, kann man getrost als unbegründet ansehen. Mr. Olivius weiß was er tut und Erfahrung als Vocalist konnte er schon vor seiner Sängertätigkeit bei Naglfar in anderen Bands erwerben.
Genug von der textlichen Seite, schwenken wir auf die musikalischen Aspekte um.
Was allen Songs gemein ist, sind die bitterbösen Gitarrenriffs, die sich bei absolut jedem Song unbarmherzig in die Ohren sowohl des gewillten als auch des ungewillten Zuhörers hineinfräsen. Die Gitarren klingen hell, schneidend. Auf technischer Seite ist die Gitarrenarbeit ebenfalls grandios, doch das ist bei Naglfar nichts Neues. Und auch der Bass weiß zu überzeugen. Eine Erwähnung wert ist natürlich auch Mattias Grahn. Der Mann am Schlagzeug leistet vorzügliche Arbeit und drischt uns immer wieder Blastbeats um die Ohren dass es eine wahre Freude ist. Generell ist das Album wirklich einwandfrei produziert. Und es klingt etwas „voller“ und weniger grell als der Vorgänger „Sheol“ was mir persönlich aber sehr gut gefällt.

Nun zu den Tracks im Einzelnen:

1. Proclamation
Der Intro-Track bereitet den Zuhörer darauf vor, was ihn erwartet. Eine monoton-dämonische Stimme wiederholt immer wieder die Worte “Your flesh is now ours”. Das mag sich hier zwar etwas kindisch oder aufgesetzt lesen aber beim Anhören empfindet man es garantiert nicht so. Die im Hintergrund zu hörenden Geräusche sind nicht zu identifizieren, sorgen aber für die richtige Stimmung.

2. A Swarm of Plagues
Der Song reißt einen vom ersten Ton an vom Hocker. Hasserfüllt, gnadenlos und sehr komplex. Keine Frage: Dieser Song gibt dem Album gleich zu Beginn die Richtung vor. Nach etwa 3 min kommt es dann zu einem Zwischenspiel mit Klavier und einem leisen Schlagzeug im Hintergrund. Absolut geiler Atmosphäre-Anheizer der in das widerum brutale Ende leitet. Und nebenbei Olivius at his best. (10/10)

3. Spoken Words of Venom
Ohne eine Pause zum vorherigen Song, ja sogar auf dem gleichen Ton, wie dieser endet, beginnt Spoken Words of Wisdom. Die Richtung, welche A Swarm of Plagues vorgibt, wird beibehalten. Die Gitarre umspielt mit Dreiklangzerlegungen und stellenweise sogar improvisiert anmutenden Melodien das Gesamtgeschehen. „My face ist he last thing you’ll ever see. “ Hassgeladen, energetisch… einfach schön. Aber der Song sticht nicht sonderlich hervor, daher „nur“ ( 8/10 )

4. The Murder Manifesto
Ein deutlich langsamerer Song. Der Rhythmus macht einfach Spaß. In der mitte gibt’s eine gesprochene Passage, die wieder gut zur Atmosphäre beiträgt. Übrigens vorzüglich zum „gemütlichen“ Headbangen geeignet. (9/10)

5. Revelations Carved in Flesh
"Revelations carved in Flesh" ist seit kurzer Zeit einer meiner Lieblingstracks des Albums. Der Text is einfach zu geil:

"I dream of shattered bones and screams
A place where I am king
Where torn up bodies pose en masse
in erotic scenes of pain
The score of kills now match my age
A fine total of twenty-eight
An endless source of memories
for me to masturbate"

Allein dafür (9/10)

6. None Shall Be Spared
Dieser Song beginnt mit einem Klaviersolo das alsbald von einer brachialen Gitarrenwand überrollt wird. Und dann… beginnt der Song richtig zu rocken! Genialer Rhythmus, geniales Gekeife, geniale Lyrics. Auf alle Fälle einer meiner absoluten Naglfar-Favourites! (10/10)

7. And the World Shall Be Your Grave
Und wieder wird uns von Beginn an ein absolut Brachialer Sound um die Ohren geblasen. Hier geht’s richtig rund. Geschwindigkeit sowie Härte suchen seinesgleichen. Textlich bleibt alles beim Alten. Und das ist auch gut so. Der Refrain hier ist einfach der Wahnsinn! „The day you die is the day i smile. Salvation lies in the nuclear fire…” Einfach geil. (10/10)

8. The Perpetual Horrors
Die Perpetual Horrors rollen bedrohend heran. Geiler Sound, geiler Rhytmus. Was will man mehr? Einen grenzgenialen Text vielleicht? Bitteschön!

"All you see is a shell
there's nothing left inside
I am dead to this world
I'm driven by a yearning to end all life
Tears of joy in my eyes
as you scream, as you die"

Ein wahrer (Alp-)traum, dieser Track (10/10)

9. Carnal Scorn & Spiritual Malice
Der Beginn des Songs erinnert stark an “I am Vengeance” vom Vorgänger-Album. Doch nach kurzer Zeit entwickelt der Song doch einen eigenen Charme. Schnell, böse und voller Hass steuern Naglfar damit auf die Zielgerade. Wirklich gelungen ist hier das Gitarrensolo das ab 3:28 einsetzt. Abartiger Klanggenuss. Der Song endet (wie in den Lyrics zuvor angekündigt) damit, dass man hört, wie jemand eine Schrotflinte durchlädt und abdrückt. Stark. (9/10)

Und so endet der „offizielle“ Teil des Albums. Doch jene, die die Limited Edition ihr Eigen nennen, kommen noch in den Genuss des wirklich sehr gelungenen Bonustracks:

Bonus: The Calling Blaze (Ltd ed. bonus)
Vergleichsweise langsam und verdammt böse mutet er an, dieser Bonus. Und geht nach ca 45 Sekunden in einen absolut geilen Rhythmus über. Die Gitarrenparts haben es in sich, genauso wie der Gesang. Nach etwa 2:40 kommt es abermals zu einem gelungenen Rhythmus-Wechsel und es wird rasanter. Danach werden wir wieder in zuvor besuchte Gefilde zurückgeführt. Echt geiler Song. (10/10)


Resümee:
Naglfar beschwören in ihren Songs Bilder von Menschen, die knietief im Blut ihrer Feinde waten. Auf manche mag das erschreckend oder abartig wirken. Ich persönlich mag Blut. Besonders das meiner Feinde, also…

Alles in allem kann man sagen: Pariah ist wahrlich ein Monster von Album und sei allen ans Herz gelegt, die den pechschwarzen Metalklängen frönen. Aber auch Nicht-Blackmetaler sollten einen Blick riskieren. Es lohnt!
Mit diesem Album sind Naglfar mit Sicherheit der hellste Stern am Blackmetal-Horizont.. und haben auch garantiert am allübergreifenden Metal-Firmament an Leuchtkraft zugelegt.

In diesem Sinne:
BOW YOUR HEADS IN SHAME! Und zwar vor dem hasserfülltesten Werk, das ich je hören durfte.
9,5/10
(und das nur, weil es das „perfekte Album“ einfach nicht geben kann)



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